
Aus Jazz Funk wird Funk Jazz - Die vielen Experimente die Herbie Hancock rund um Jazz und Funk ab den späten 60er Jahren anstellte waren nicht unumstritten.Man-Child ist ein Album bei dem aus Jazz-Funk eigentlich schon Funk-Jazz wurde. Für eingefleischte Fusion Liebhaber wahrscheinlich zu eingängig, aber es bietet jede Menge toller tanzbarer grooves und ist als sample Lieferant für Hip-Hopper eh schon legendär und unverzichtbar. Herrlich dyanmisch sind einige der songs aufgebaut, allen voran das unkapputbare ,Hang Up Your Hang Ups . In die gleiche Kerbe schlagen auch ,Trailor und ,Steppin In It . Getragen von repitiven Bass oder Gitarren Figuren sind diese songs und natürlich von der Spiel und Improvistionsfreude der Akteure - allen voran Hancock himself. Neben Bennie Maupin ist es Wah Wah Watson, der mit seinem Gitarrenstil wohl hauptverantwortlich für den hohen Funk Anteil auf diesem Album ist. Als Solisten glänzen hier auch noch Gaststars wie Stevie Wonder und Wayne Shorter.Bemerkenswert ist auf diesem Album aber vor allem daß der Elektronik Anteil im Vergleich zu den Vorgänger Alben ,Headunters und ,Thrust wieder deutlich reduziert wurde, was den grooves auf diesem Album aber sehr gut tut.Nichts für Jazz Puristen, aber wer anspruchsvollen Funk liebt, der ist hier richtig, vor allem ist dieses Album noch nicht so anbiederend wie Hancocks spätere Disco Alben ,Sunlight , ,Feets Don t Fail Me Now , ,Monster oder ,Lite Me Up . ,Secrets und ,Mr. Hands sind die vergleichbaren Alben aus seiner Discographie.
Kleine Warnung - Habe mir diese CD wegen der tollen Rezensionen hier gekauft. Bubbles ist ein *** - Stück, der Rest eher enttäuschend. Hanckocks Synthesizer Spiel leider triestes 70er Gepiepse. Also bitte vorher reinhören, erst dann kaufen. Und falls jemand sagen sollte, elektrische Musik aus 1975 werde mit den Jahren halt nicht besser, der möge sich bitte mal Tale Spinnin von Weather Report aus dem gleichen Jahr anhören.Sorry, die CD geht ins Regal, auf dem iPod schlepp ich sie noch mit, bis mir die 60GB Platte zu klein wird. Aber nicht weiter.
eines der besten alben die hancock gemacht hat - hancock hat viel verschiedenes gemacht, jazz, avantgarde-electronic, fusion, funk, disco, pop, hip-hop, und wieder jazz und dann doch wieder drum n bass... also genau das was man sich von einem musik erwartet. immer etwas neues, bloss keinem klischee entsprechen. vieles ging oftmals daneben, vieles wurde zum klassiker.von kritikern geliebt und in allerhöchsten tönen gelobt ist headhunters, das erste wirkliche jazz/funk experiment von herbie. die aufnahme ist ein klassiker, doch ich persönlich finde man-child als das non-plus-ultra des 70er jahre jazz/funk/fusion.die arrangements sind so verspielt, vetrackt, die rhythmen obwohl straight, dennoch deart komplex, das zusammenspiel von bass, gitarre, clavinet, percussion so einzigartig, dass man sich fragt, wie zum teufel das alles so perfekt grooven kann. hang up your hang ups ist das paradebeispiel für einen perfekten funk groove. das riff wurde schon einige male gesampelt und in zweitklassigen housetracks recyclet. der rhythmus setzt ein, wo man ihn sich eigentlich gar nicht erwartet. dann kommen die bläser, dann das geniale break, und dann hancocks piano-solo darüber... alles in allem ein ganz besonderes stück, bei dem nicht mal auffällt dass es zum schluss hin fast doppelt so schnell ist wie am anfang.sun touch ist eher die ruhigere variante, jedoch so stimmungsvoll, dass man glaubt man wäre in einem 70er jahre krimi.trailor ist die konsequente fortsetzung vom ersten track. und steppin in it klingt als hätte hancock chameleon von headhunters nochmals überarbeiten wollen, jedoch grooviger und vetrackter und mit einem mundharmonika solo von stevie wonder.die ganze cd kann man immer und immer wieder hören, jedesmal entdeckt man was neues und es wird nie langweilig, nicht zu vergessen der sound, der einen zurück in die dreckigen funky 70er versetzt. klanglich ist die cd nicht gerade audiophilen zuzumuten. die höhen sind krass beschnitten, bässe kommen auch etwas mittig und ab und zu rauscht es ein wenig, aber gerade das gibt dem funk den letzten dreck den er verdient...alles in allem ein unvergessliches stück musik!
Ein Standardwerk des Jazz-Funk!!! - Diese Scheibe gehört meiner Meinung nach zu den besten CDs der 70er Jahre und ein Standardwerk des Funks. Herbie Hancock erreicht mit dieser CD das, was seitdem tausende Musiker immer wieder versuchten zu erreichen: Perfekten Funk, perfekte Grooves. Hierzu bietet die Platte alles was dazugehören muss: Eine super Band: vor allem der Bassist Paul Jackson schuf mit seinen Grooves Standards, die bis heute gelten. Noch muss jeder Bassist sich mit diesen Grooves auseinandersetzen, will er funkig sein. Das Gleiche gilt für den Saxophonisten Wayne Shorter und Bennie Maupin und all den anderen, die an diesen Aufnahmen mitgewirkt haben.Über allem thront Herbie Hancock: Nicht nur die rhytmischen Begleitungen, sondern besonders seine Solos (vor allem die auf dem Fender-Rhodes) sind nicht nur unvergesslich, sondern auch zeitlos: Hämmernd, Unglaublich schnell, stimmig, zwischen Romantik und Freiheit, alles aussagend...Wenn jemand schon immer die Rhytmen von den 70er Jahren Filmen wie Streets of San Franscico oder den heutigen Grooves von Oceans Eleven mag, der sollte sich anhören, woher sie stammen: Herbie Hancocks Man-Child ist eine dieser Quellen!Nicht nur für Jazzfans geeignet!!!
Für Einsteiger in den Funk Jazz uneingeschränkt zu empfehlen - Herbie Hancock, bereits in den Sechzigern ein Star der internationalen Jazzszene, erlebte in den Siebzigern seine kommerziell erfolgreichste Phase. Mit Headhunters kreierte er 1972 das (angeblich) bis heute meistverkaufte Jazzalbum aller Zeiten. Das nachfolgende Thrust knüpfte nahtlos an den Headhunters - Sound an und das 75-er Album Man-Child entfernte sich noch etwas mehr vom traditionellen Jazz der alten Tage. Entscheidender Unterschied zu Headhunters und Thrust ist die Hinzunahme von Gitarrensounds, die den Funk-Aspekt von Hancocks Musik zusätzlich betonen. Das unvergessliche Hang Up Your Hang Ups dürfte demnach sofort jedem Fan von coolen Seventies - Grooves schon nach dem ersten Hören nicht mehr aus dem Ohr gehen. Herbie Hancock bewegt sich nach eher zaghaften Anfängen in die Fusion-Welt auf Man-Child mittlerweile auf sehr sicherem Terrain. Jeder Note ist der Wille zu Innovation und Kreativität anzuhören. Man-Child erzeugt eine Stimmung wie ein brodelnder Vulkan, jederzeit bereit zum Ausbruch, jedoch immer kurz vor der endgültigen Eruption wieder in ruhigere Gefilde abdriftend.Mir zumindest bleibt unverständlich warum von den Herren Kritikern das Man-Child Album nur zu den durchschnittlichen Releases von Herbie Hancock gezählt wird, sind doch mit Hang Up Your Hang Ups, Heartbeat und The Trailor einige der groovigsten und besten Songs der Siebziger Ära des großen Jazzpianisten vertreten. Auch die Band liest sich wie ein Who is Who des Funk Jazz: Neben Herbie Hancock selbst geben sich u.a. Wayne Shorter, Bennie Maupin, Ernie Watts, Mike Clark, Paul Jackson und (überraschenderweise) Stevie Wonder die Klinke in die Hand.Für den Jazzpuristen ein sicherlich unerträglicher Eklat, macht es dem toleranten Musikfreund um so mehr Spaß sich an dieser höchst gelungenen Mischung aus Jazz, Funk und Rock zu laben. Weder das vorherige Thrust noch das nachfolgende Secrets konnten mit Man-Child konkurrieren und insgesamt gibt es in Hancocks Laufbahn trotz unbestreitbarer Klassiker wie z.B. Maiden Voyage, Headhunters und Futureshock kaum bessere Alben als es Man-Child ist. Man-Child ist ein Album welches mir persönlich neue Wege aufgezeigt hat, ein maßstabsetzender Meilenstein des Funk Jazz: Experimentierfreudig, cool swingend, dabei aber immer auf anspruchsvollem Niveau. Gibt es bessere Referenzen für ein Album?Hervorgehoben sei an dieser Stelle auch das gelungene Coverartwork, welches in der vorliegenden Veröffentlichung leider von der Plattenfirma durch die optische Angliederung an Columbia s Contemporary Masters - Serie verhunzt wurde. Bleibt zu hoffen, dass auch Man-Child eines Tages (ebenso wie Thrust, Headhunters und Secrets wieder in voller Pracht mit dem unverfälschten Coverartwork zu bekommen sein wird. Bis dahin gilt: Um der Musik willen unbedingt kaufen! Wer z.B. auf Joe Zawinul s Band Weather Report, das großartige Power of Soul - Album von Idris Muhammed oder Miles Davis Album In A Silent Way abfährt, kann mit Man-Child nur einen Gewinn für seine Sammlung verbuchen.