
Nicht sein bestes Album - Das Kölner Konzert war super. Die Spannung wird schön aufgebaut. Das Paris-Konzert schon weniger gut aber auch nicht schlecht. Radiance hat mir nicht sehr gefallen, da die Stücke zum Teil recht nervig, unmelodiös und langweilig sind. Es gibt irgendwie auch keine rechte Linie auf der CD. Meiner Meinung nach eher etwas für Liebhaber improvisierter (öfter unharmonischer) Jazzmusik, aber nicht für Leute, die gerne harmonische Klaviermusik in der Art Kölner Konzert hören möchten.
selten - Auf Veröffentlichungen wie Radiance muss man ewig warten. Manchmal dauert es Jahre, bis wieder ein Stück Musik erscheint, das so einzigartig ist, auf diesem Niveau und vor allem: das einen so lange beschäftigt und fesselt.Auch wenn man in diese Patte nicht gleich den Einstieg findet: es lohnt sich an ihr zu arbeiten, sie immer wieder zu hören. Osaka, Tokyo, Osaka, Tokyo, immer im Wechsel. Es wäre schade, würde man sich einzelne Teile zu einer Best of Osaka/Tokyo zusammenschneiden. Die Gesamtheit stellt einen Kosmos dar, in dem sich Keith Jarretts Musik über Jahrzehnte widerspiegelt.Im Zusammenhang mit Radiance wird viel über das Köln Concert, über Bremen oder Lausanne geschrieben. Man müsste aber genau so über Facing You oder über The Melody at Night with You schreiben. Von allen stilprägenden Aufnahmen von Keith Jarrett finden sich in Radiance Spuren. Die besten Momente dieser Stile finden sich wieder und ziehen in den Melodien, in den Stimmungen, in der Dynamik des Spiels vorbei. Jarrett mischt nicht, er wechselt von Part 1 bis 17 von einer Periode in die andere. Das macht für mich auch den wichtigsten Unterschied zu den genannten Aufnahmen aus. Mit Radiance wird nichts grundsätzlich Neues geschaffen. Die Verbindung von allem in den beiden Konzerten ist das Neue.Im Rückblick ist es unbegreiflich, wie ein Mensch sich am 27. Oktober in einen Konzertsaal setzen kann und einfach zu spielen anfängt. Und drei Tage später setzt er sich in einer weit entfernten Stadt wieder an den Flügel und spielt weiter, spielt neu, erfindet, malt, spricht und singt mit Tönen und Ideen, gießt diesen ganzen Reichtum einfach so aus, den man nun auf zwei Scheiben vor sich hat. Wo kommt das her, wie geht das?
Noch genauso virtuos wie früher! - Liebe Keith Jarrett-Fans, mit dieser cd hat der alte Meister bewiesen wie jung er geblieben ist.Die letzten zehn Jahre hat er viel durchgemacht und ich habe immer bedauert, dass ein solch begnadeter Künstler so wenig auf den Markt bringen kann. Nun hoffe ich für ihn, dass er gesund bleibt und für uns, dass Keith noch viele schöne Musikstunden für zaubern kann.Die Improvisation war schon vor dreißig Jahren seine Stärke und auch auf dieser cd beweist er, dass er ein Meister dieser Disziplin ist. „Radiance symbolisiert eine Zusammenfassung seiner Genialität und ist ein Ausdruck seiner Treue zu seinem eigenen Stil.Die Ekstase und musikalische Hingabe, mit der dieser Künstler sein Schaffen zum Ausdruck bringt, kommt meiner Meinung auch ohne die Atmosphäre eines Live - Konzerts rüber, da der Hörer selbst zu einem Teil dieser Ekstase wird.Ein Muss für alle Fans und sinnlos bei dieser Klasse, Kritik anzubringen, denn es gibt kaum etwas Besseres in dieser Kategorie!
Korrektur - Keith Jarrett schreibt hier keineswegs zum ersten mal seine eigenen Linernotes! Er tut dies seit den frühen 70er Jahren auf den meisten seiner Alben. Auf dem erwähnten La Scala-Album übigens auch! Seitenhiebe auf Kollegen (Inside out) leider inbegriffen!Zur CD selbst:Gerade bei den Solokonzerten geht viel von der Konzertatmosphäre veloren. Viele Passagen erschließen sich erst im Zusammenspiel mit Jarretts ekstatischen Bewegungen. Eine Trio-Aufnahme verliert da weniger im Vergleich zu einem Live-Erlebnis.Mit viel mehr Spannung würde ich persönlich einer neuen Jarrett-CD mit klassischen Kompositionen entgegensehen. Ich weiß leider nicht, ob er in dieser Hinsicht überhaupt noch weitergearbeitet hat?!Doch immerhin: Diese Aufnahme beweist, dass Jarrett seine Krankheit überwunden hat und nichts, aber auch gar nichts an pianistischer Fähigkeit eingebüßt hat. Nicht mehr - aber auch keinesfalls weniger! Er kann nicht nur Standards spielen, sondern ist auch in der härteren Solo-Disziplin immer noch das Maß der Dinge.Jarrett hat mit seinen Solo-Improvisationen seine eigene Disziplin erfunden. Wer macht überhaupt nur etwas ähnliches?Daher stört auch die ewige Selbstwiederholung nicht - 5 Sterne!
Der Meister ist zurück ! - Pünktlich zu Keith Jarretts 60. Geburtstag kommt das Album auf das alle seine Fans gewartet haben. »Radiance« ist die erste Soloplatte Keith Jarretts seit der sehr erfolgreichen Veröffentlichung von »The Melody At Night With You« vor nunmehr sechs Jahren. Sie ist außerdem die erste Aufnahme mit Solo-Piano Improvisationen seit »La Scala« von 1995.»Radiance« steht für all das, womit Keith Jarrett jenen Status erreichte, der ihn als einen der größten zeitgenössischen Jazzmusiker etablierte. »Radiance« schafft jene Magie, die man mit dem legendären »Köln Concert« assoziert. Melodische, lyrische Passagen mit ausladenen und offenen Harmonien, wechseln mit Passagen höchster Energie und großes Intensität, bei denen man sich den Meister sogleich bildlich am Flügel vorstellen kann.»Radiance« dokumentiert zwei in Toyko und Osaka gespielte Konzerte, die Keith Jarrett selbst zu den inspiriertesten Darbietungen seiner Karriere zählt. Für »Radiance« hat Keith Jarrett erstmals seine eigenen Liner Notes geschrieben, die den kreativen Prozess der Aufnahmen beschreiben.»Radiance« ist ein weiterer großer Wurf und schon jetzt ein Klassiker, - ein zeitloses musikalisches Dokument, das einen der größten Jazzpianisten der Gegenwart auf dem Höhepunkt seinen Schaffens auf CD bannt. Ein Muss für jeden Keith Jarrett-Fan und alle die es noch werden.