
Schöner Bigband-Jazz - Basie hatte zum Zeitpunkt dieser Einspielung nicht sein bestes Orchester parat.Es gab einige Umbesetzungen,die alle Sections betraf.Vor allem macht sich bemerkbar,dass kein wirklich herausragender Solist in den Posaunen saß,seit Al Greys Weggang 1967.Eine wirkliche Freude ist für mich die wunderbar swingende Rhythm-Section um den wenig bekannten,aber großartigen Harold Jones am Schlagzeug.Die Arrangements stammen alle von Sammy Nestico,dessen Premiere hier bei Basie zu erleben ist.Als Solisten kommen Lead-Alto Marshall Royal(Lonely Street),Eric Dixon(Fl,Ts) in Basie-Straight Ahead,Fun Time,Switch in Time+The Queen Bee,Eddie Lockjaw Davis(Ts) in The Magic Fly,Lead-Posaunist Grover Mitchell(Tb) in It s Oh,So Nice und Al Aarons(Tp) in Switch in Time zu gehör.
Hoffnung auf mehr? - Es ist was seltsames mit diesem Album: seit über dreißig Jahren höre ich Jazz, habe schon als kleiner Junge lieber nachts Jazzsendungen im Radio mitgeschnitten als der Neuen Deutschen Welle zu lauschen, bin also mit Basies One o clock jump, April in Paris, Lil darling oder Moten Swing und Midgets groß geworden, und nie ist mir ein Titel dieses Albums je untergekommen, nicht mal auf einem der vielen kursierenden Basie-Sampler. Seltsam.Erst als ich selber anfing Musik in einer Bigband zu spielen, begegnete mir dieses Album, dass sich unter Berliner Musikern einer großen Beliebtheit erfreut.Zugegebenermaßen mochte ich es zuerst nicht so besonders. Es ist wie schon vom Erstrezensenten beschrieben nicht so eingängig wie sonst Basienummern. Es braucht ein paar Hördurchläufe, bis einem die Stücke ins Blut gehen. Dann ist es aber so wie vom Zeitrezensenten beschrieben: alles, was die Basieband schon immer so unvergleichlich gemacht hat, kommt hier in komprimerter, ausgewogener Form zur Vollendung.Seitdem hoffe ich, dass mir vielleicht noch einige andere bislang unbekannte Aufnahmen unbekannterer Basienummern über den Weg laufen, denn diese Band und ihr Swing sind einfach unvergleichlich.Kaufen!!!
Großartiger Big-Band-Sound - Seit einigen Jahren kaufe ich mir immer wieder mal eine CD der alten Meister aus für mich alten Jahre, sprich die 60er und davor. Dabei muss ich ziemlich blind meine Wahl treffen und mich auf kurze Höreindrücke im Laden oder hier bei Amazon verlassen, Kritken, soweit verhanden und vor allem auf die großen Namen der Künstler.Count Basie zählt auf alle Fälle dazu aber die Eminenz im Hintergrund, die bei der Produktion dieser Aufnahme Straight ahead von 1968 ihre Handschrift hinterlässt, heißt Sammy Nestico.Herausgekommen ist ein Big-Band-Album, das vom ersten Moment viel gute Laune versprüht. Die Stücke sind clever arrangiert. Ich werde sie bestimmt noch viele Male hören müssen, bis ich die Einsätze der Bläser fehlerfrei mitsummen kann.Das heißt man hört nicht leichte Swingklänge â la Glenn Miller sondern kraftvollen, abwechslungsreichen Sound, begleitet vom federleichten Spiel Count Basies am Klavier, trotzdem die Stücke tanzbar bleiben, wenn auch nur für Geübte. Alle anderen werden aber mindestens mit ihrem Oberkörper mitwippen, man wird schnell angesteckt. Diese brillante CD, übrigens mit guten Klang, werde ich bestimmt noch viele Male spielen. Da habe ich ja mal richtig zugegriffen. Höchstnote von mir.
Mein Klassiker - Als Teenie mit etwa 12 oder 13 hatte ich von meinem Vater eine alte, verrauschte Kopie dieser Platte auf Kassette gehört. Der Klavierstil von Basie und die unglaublich swingende Band, zusammen mit den schönen Titeln von Sammy Nestico haben mich damals ungemein fasziniert (ich war damals schon etwas altmodisch). Leider war die Kassette bald völlig abgespielt und leider nicht mehr anhörbar... und jahrzehntelang war die Platte vergriffen. Ich hatte schon nicht mehr daran geglaubt, als dann doch endlich eine Wiederveröffentlichung auf CD erschien. Als ich sie 20 Jahre später wieder gehört habe (endlich auch in guter Qualität) wurde mir klar, warum ich das damals so gemocht habe und warum Basie auch meinen eigenen Stil am Klavier geprägt hat (weshalb damals meine Studien der klassischen Klavierkunst auch bald hinter den Jazz zurücktreten mussten). Für mich ist dies eine der besten Platten von Basie, auch wenn sie vielleicht nicht die jazzigste von allen ist. Aber sie wirkt auf mich sehr rund und ausgeglichen, die Kompositionen und Arrangements sind meisterhaft und wurden ebenso eingespielt, und für Basies Klavier ist auch immer mal ein Plätzchen frei. Nestico hat es verstanden, wirklich alles, was Basie und seine Band ausmacht, in diese Stücke hineinzuschreiben. Alleine der Titelsong mit seinen diversen stilistischen Zitaten aus verschiedenen Epochen ist ein Meisterwerk, weil er dabei völlig natürlich und organisch daherkommt - besser hätte man eine Reise durch die Geschichte der Basie-Big-Band nicht schreiben und spielen können. Fazit: Basie at his best, auch wenn mancher Jazzkritiker dies nicht so sehen würde.