Piano : Time Out Take Five

Time Out Take Five

EUR 6,03

  1. Blue rondo a la turk
  2. Strange meadow lark
  3. Take five
  4. Three to get ready
  5. Kathy s waltz
  6. Everybody s jumpin
  7. Pick up sticks

TIME OUT

schöne Sache - Mit Kind Of Blue wohl einer der top Alben zum entspannten Zuhören. Egal ob man sich jede Phrase genau anhört oder die Melodien bei einem guten Buch (Essen, Bad und und und) vor sich hinplätschern lässt.Ganz nebenbei bemerkt ist das Saxophon (wie André Beßler in seiner Rezession schreibt) keineswegs ein amerikanisches Instrument. Es stammt aus dem guten Europa, genauer Belgien, und war damals als Streicherersatz in der Blasmusik gedacht. ,-)

Unsagbare Leichtigkeit - Wenn es eine CD gibt, die aller Aufgeblasenheit die Luft ablässt, dann ist es diese. Es gibt kaum ein anderes Album, das eine bessere Vorstellung davon vermittelt, was Jazz ist. Als die LP im Jahre 1959 veröffentlicht wurde, waren Jazz-Liebhaber wie Jazz-Gegner gleichermaßen brüskiert und noch heute sagen etliche Kritiker, was Brubeck mache, sei nicht wirklich Jazz. Seine Tempi (zum Beispiel 9/8 beim Opener Blue Rondo A La Turk - inspiriert durch eine Reise in die Türkei - und 5/4 bei Take Five) passten einfach nicht in die gängigen Schemata jener Zeit. Der Titel des Albums bringt es deshalb gleich im doppelten Wortsinn auf den Punkt.Wir dürfen auch nicht außer Acht lassen, dass der Jazz bis dato eine Domäne schwarzer Musiker war (wenngleich die Instrumente wie Piano, Trompete, Gitarre und Saxofon europäischer Herkunft sind). In den Fünfziger- und Sechzigerjahren nahm die Furcht vor einem kulturellen Quantensprung in den USA geradezu das Ausmaß einer kollektiven Neurose an. Es versteht sich von selbst, dass Brubecks Aufnahmen in der erregten Situation jener Tage unterschiedlichste Reaktionen nach sich zogen.Ob nun Dave Brubeck seiner Zeit voraus war oder die Kritiker von Ignoranz blockiert, vermag ich nicht zu sagen. Die Absatzzahlen sprechen jedoch eine eigene Sprache, denn neben Kind of Blue von Miles Davis gehört Time Out bis heute zu den meistverkauften Jazz-Alben weltweit. Festzuhalten ist, Brubeck hat sich mit dieser Einspielung mehr Freunde als Feinde gemacht und wie kaum ein Anderer dazu beigetragen, dass sich das Genre des Jazz neben den Sparten Klassik, Rock und Pop etablieren konnte.Vielleicht war Brubeck selbst am meisten überrascht angesichts seines phänomenalen Erfolgs. In seinen Liner Notes zu diesem Album schreibt er jedenfalls, es sei alles andere als seine Absicht gewesen, einen Hit zu produzieren, als er mit seinen Mit-Musikern ins Studio ging. Die Wirkung von Kunst lässt sich eben nicht kalkulieren, doch es gibt etwas, das die anhaltend große Nachfrage erklären könnte. Seit ich in den Siebzigerjahren erstmals von Dave Brubeck hörte, war ich angetan von der unverkrampften Lebendigkeit seiner Musik.Die atmosphärische Dichte, die Geschmeidigkeit der unkonventionellen Phrasierungen und das spürbar gute Einvernehmen zwischen ihm und seinen Bandmitgliedern haben von jeher großen Eindruck auf mich gemacht. Take Five ist mir seit dem ersten Hören nicht aus dem Kopf gegangen und mir stets auf eine willkommene Weise vertraut geblieben. Ich denke, dieses Stück wird immer mit dem Namen Dave Brubeck verbunden bleiben.Wie interessant, dass Take Five - ursprünglich als Drum-Solo gedacht - von Paul Desmond geschrieben wurde, dem Alt-Saxophonisten des Dave Brubeck Quartet. Es gehört vielleicht zu den aufregendsten Erlebnissen eines Musikfreundes, sich in das virtuose Zusammenspiel zwischen ihm und Brubeck hineinzuhören. Hören Sie bei diesem Stück auch ein Mal gezielt auf den Bass. Er klingt tief und unaufdringlich, während er scheinbar mühelos durch den Raum flutet. Wem die unsagbare Leichtigkeit dieses Stückes nicht gefällt, wird mit dem ganzen Album nichts anzufangen wissen. Ich liebe es.

Ein Klassiker, den man kennen und haben muss! - Kritiker haben diese Musik gelegentlich als Mickey-Mouse-Jazz abqualifiziert. Zugegeben: Dave Brubeck ist kein Jazzpianist vom Format Bill Evans oder Wynton Kellys, dazu spielt er einfach nicht swingend genug. Aber er hat dieses Quartett in dieser Besetzung fast 10 Jahre geleitet. Und er hat die richtigen Musiker dafür ausgesucht: Paul Desmond, as, Eugene Wright, b, Joe Morello, dr. Wright und Morello tragen immens zu dem Gelingen dieser Musik bei. Wright spielt rock-steady und Morello, einer der begnadetsten Hand- und Fußwerker des Schlagzeugspiels, tanzt fantasievoll, swingend und mit viel Geschmack. Und dann Paul Desmond! Erfindungsreich, supercool, fließend, etwas dünntönig zwar, aber jazzig bis ins Mark. Das bekannteste Stück aus der Platte, Time Out, im 5/4- Takt und in es-Moll (6 bs) und von Desmond komponiert, hat damals eine Sensation dargestellt. Heute ist es schon ein fast ein Gassenhauer geworden. Diese Platte gehört neben Miles Davis Kind of Blue [Remastered], übrigens ebenfalls 1959 aufgenommen und ebenfalls von Columbia produziert, in jede Jazz-Diskothek, mag sie auch noch so klein sein.

Zeitlos - Ein zeitloser Klassiker der heute noch modern klingt. Neben den Sahnestücken auf dieser CD gefällt besonders das gelunge Mastering, dass sich unauffällig perfekt auf die Stücke einlässt.Klasse!

Einsame Klasse - Time out ist schlicht und einfach mein liebstes Jazz-Album. Immer wieder gehörte Standards haben hier ihren Ursprung. Einziger Wehrmutstropfen: Man würde gerne länger als nur 38 Minuten zuhören... Was Audiophile und HiFi Freaks interessieren dürfte: Die ursprüngliche LP wurde hier als HDCD remastert. Wer einen entsprechenden Player hat, wird ab der Qualität dieser 45jährigen Aufnahmen hingerissen sein!




Time Out Take Five