Piano : Wagner E Venezia

Wagner E Venezia

EUR 11,06

  1. Liebestod
  2. Ouvertuere (Tannhaeuser)
  3. Ouvertuere (Lohengrin, 3. Akt)
  4. Prelude (Tristan Und Isolde)
  5. Ouvertuere (Die Meistersinger Von Nuernberg)
  6. Der Ritt Der Walkueren
  7. Ouvertuere (Lohengrin, 1. Akt)

Hörfilm auf dem Markus-Platz - Mit der 1996 international gefeierten und erfolgreichen CD Urlicht wollte der New Yorker Pianist, Arrangeur und Komponist Uri Caine die jüdischen Wurzeln hinter den monumentalen Sinfonien von Gustav Mahler freilegen sowie neue und ungeahnte Einblicke eröffnen.Schon auf dieser CD wies Uri Caine mit der hinreißenden Bearbeitung des Adagiettos aus der 5. Sinfonie von Mahler eine erste Linie nach Venedig, denn diese Todestrauer diente 1970 Luchino Visconti als Filmmusik zu seinem „Tod in Venedig“ nach der Erzählung von Thomas Mann (1911).Mit der zwischen dem 06. - 09. Juni 1997 live im Gran Caffé Quadri, Piazza S. Marco 120, aufgenommenen CD Wagner e Venezia erlebt der Hörer sich nun direkt in dieser unvergleichlichen Lagunenstadt.Er hört hier entrückt die für ein Kaffehaus-Ensemble (2 Viloinen, Celo, Baß, Akkordeon und Klavier) instrumentierten Bearbeitungen einiger Ouvertüren etc. von Richard Wagner. Geleitet von der morbid süßen und sanft erklingenden Melodie des No. 1 „Liebestodes“ aus der Oper „Tristan und Isolde“ befindet sich der Hörer auf einer romantischen Zeitreise zurück ins 19. Jahrhundert voller Klangsinnlichkeit. Inspiriert zu dieser CD wurde Uri Caine durch eine Tagebuchaufzeichnung des Venedigaufenthaltes von Richard Wagner im Sommer 1858: „Mehrere Male wurde ich am Schlusse der Mahlzeit durch das plötzliche Erklingen meiner Ouvertüren überrascht, ich wußte dann, wenn ich vom Fenster des Restaurants aus mich dem Eindrucke hingab, nicht, was berauschender auf mich wirkte, der unvergleichliche, prachtvoll erleuchtete, von unzähligen sich ergehenden Menschen erfüllte Platz oder die alles dieses wie in brausender Verklärung den Lüften zutragende Musik.“Diese Episode nahm Uri Caine zum Anlaß, daß Klang-Portrait der täglich am Markus-Platz aufspielenden Quintette und Sextette mit der Musik Richard Wagners wieder zu eröffnen.Uri Caine besitzt ein nuancenreiches und diskretes Gespür für die richtige Tongebung und Aufführungspraxis dieser epochalen Werke der Opernliteratur. Die halluziogenen und grandiosen Klangberge der Ouvertüren etc. hat er dabei auf ihre wesentliche musikalische Aussage hin filtriert. So beginnt die No. 2 „Tannhäuser-Ouvertüre“ elegisch und verhalten auf dem Akkordeon, wird der No. 6 „Ritt der Walküren“ voller Inbrunst und Verve gespielt, oder wird die No. 7 „Lohengrin-Ouvertüre - 1. Akt“ vom Ensemble zerbrechlich und dezent nachgezeichnet.Uri Caine und seine abenteuerlichen und wandlungsfähigen Musikerkollegen interpretieren die Werke Richard Wagners mit einem Höchstmaß an Einfühlungsvermögen und Intensität, bestimmt auch aus Ehrfurcht vor diesem genialen Komponisten, der sich am Ende seines Lebens nach Venedig zurückzog, um hier am 13. Februar 1883 zu sterben.

Nichts für eingefleischte Wagnerianer? Oh doch! - Diese CD sei nichts für eingefleischte Wagnerianer? Oh doch! Gerade für Wagnerianer (und ein solcher bin ich doch, wenn man eingefleischt, begeistert, berührt, nicht mit fanatisch gleichsetzt) bietet dieses ironische Meisterwerk Uri Caines genügend neue Ansatzpunkte, die das Werk des Meisters (tschuldigung, das mußte sein) in einem neuen Licht erscheinen lassen, und die vor allem zeigen, daß das schöpferische Genie Wagners genug Genialität besitzt, um auch in dieser Interpretation glänzen zu können. Ob Wagner davon begeistert gewesen wäre? Begeistert vielleicht nicht. Aber er hätte über genügend Humor verfügt, um es würdigen zu können. Und vergessen sollte man dabei auch nicht, daß die ersten Wagner-Aufführungen in Wien im 19. Jahrhundert wahrscheinlich nicht viel anders geklungen haben: denn bevor Wagner in der Wiener Hofoper aufgeführt wurde, wurden seine Kompositionen von Johann Strauß aufgeführt bei Heurigen-Konzerten in einer ähnlichen Besetzung. Und davon war Wagner sehr angetan.

Nichts für eingefleischte Wagnerianer? Oh doch! - Diese CD sei nichts für eingefleischte Wagnerianer? Oh doch! Gerade für Wagnerianer (und ein solcher bin ich doch, wenn man eingefleischt, begeistert, berührt, nicht mit fanatisch gleichsetzt) bietet dieses ironische Meisterwerk Uri Caines genügend neue Ansatzpunkte, die das Werk des Meisters (tschuldigung, das mußte sein) in einem neuen Licht erscheinen lassen, und die vor allem zeigen, daß das schöpferische Genie Wagners genug Genialität besitzt, um auch in dieser Interpretation glänzen zu können. Ob Wagner davon begeistert gewesen wäre? Begeistert vielleicht nicht. Aber er hätte über genügend Humor verfügt, um es würdigen zu können. Und vergessen sollte man dabei auch nicht, daß die ersten Wagner-Aufführungen in Wien im 19. Jahrhundert wahrscheinlich nicht viel anders geklungen haben: denn bevor Wagner in der Wiener Hofoper aufgeführt wurde, wurden seine Kompositionen von Johann Strauß aufgeführt bei Heurigen-Konzerten in einer ähnlichen Besetzung. Und davon war Wagner sehr angetan.

Nichts für eingefleischte Wagnerianer... - Brutales Fortefortissimo, bratternde Posaunen, Orgiastische Steigerungen...?Vergessen Sie diesen Wagner, bevor Sie diese CD anhören. Denken Sie an lieber an einen leichten, luftigen italienischen Sommerabend. Uri Caine räumt auf mit musikalischem Walhallatum, er treibt seinen Spott mit ihm, lässt das Akkordeon zum Tango aufspielen und die Streicher dazu tanzen. Und dafür etwas ganz anderes umso deutlicher hervortreten: die tiefe, farbenreiche, brilliante Musikalität, die in Wagners Musik steckt, selbst wenn man von ihr die äußere Hülle entfernt.Ob diese CD Wagner gefallen hätte? Wohl eher nicht.Uns dafür umso mehr.




Wagner E Venezia